Wenn Krankheit alles nimmt
Nach einem plötzlichen Schlaganfall verlor Herr Diallo Arbeit, familiäre Stabilität und Wohnsituation und musste sein Leben inmitten komplexer Sozial- und Aufenthaltsfragen neu ordnen.
Herr Diallo lebte seit 1990 in Berlin und arbeitete viele Jahre als Chauffeur an einer afrikanischen Botschaft. Er hatte ein gesichertes Einkommen, gesellschaftliches Ansehen und eine Familie mit seiner Frau aus Kamerun.
2016 erlitt er einen Schlaganfall. Von einem Tag auf den anderen konnte er kaum noch sprechen und war nicht mehr in der Lage, Auto zu fahren. Trotz Reha-Maßnahmen besserte sich sein Zustand nur langsam. Seine Frau hatte keinen gesicherten Aufenthaltsstatus in Deutschland, die vierköpfige Familie war auf sein Krankengeld angewiesen, anschließend auf ALG II und Pflegegeld der Krankenkasse. Die Leistungen reichten kaum zum Leben, es kam zu massiven Spannungen in der Partnerschaft, die schließlich zur Trennung führten. Die gemeinsame Wohnung wurde aufgegeben, Herr Diallo zog in eine Wohngemeinschaft für Schlaganfallpatienten
Im Rahmen der Unterstützung mussten zahlreiche Anträge gestellt und koordiniert werden: Krankengeld und Pflegegeld bei der Krankenkasse, ALG I und II beim Jobcenter, Kindergeld und Unterhaltsvorschuss für die Kinder, Reha-Leistungen und Erwerbsminderungsrente bei der Rentenversicherung. Darüber hinaus musste bei der Ausländerbehörde der Aufenthalt der Ehefrau und der Kinder geklärt und Einkünfte aus einer Nebenbeschäftigung gemeldet werden.
So gelang es, trotz schwerer Erkrankung und familiärer Krise eine rechtliche und finanzielle Stabilisierung zu erreichen und die medizinische und soziale Versorgung langfristig zu sichern.
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